55 Jahre Tischfußball in Kulmbach — von acht Gründern zur Hochburg, durch Höhen, Tiefen und einen Neuanfang.
55 Jahre im Überblick
Höhen und Tiefen
Aufschwung
Rückschlag
Meilenstein
1970199820072012201620202025
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Die Höhe der Kurve ist eine erzählerische Einordnung der Vereinslage — keine gemessenen Werte. Punkt anklicken, um zur passenden Epoche zu springen.
Chronik
1970
Die Geburtsstunde des Vereins
1970
Die Geburtsstunde des Vereins
Acht Gründer, ein Anfang
Im Februar 1970 fanden sich acht Tischfußballbegeisterte zusammen und gründeten den 1. KSC Kulmbach. Was als regelmäßige Runde am Tisch begann, war schnell mehr: Bereits im September desselben Jahres griff die junge Mannschaft erstmals in den Kampf um die Bayerische Meisterschaft ein — und belegte auf Anhieb den dritten Platz. Damit war klar, dass in Kulmbach nicht nur gespielt, sondern auch um Titel mitgeredet werden würde.
Die Gründungsmannschaft, 1970.
1971/72
Der erste Titel
Bayerischer Meister im zweiten Jahr
Schon in der Saison 1971/72 folgte der erste große Erfolg: der Titel des Bayerischen Meisters. Für einen Verein, der kaum zwei Jahre bestand, war das eine Ansage — und der Beginn eines Selbstverständnisses, das den Club durch die kommenden Jahrzehnte trug. Kulmbach war ab diesem Zeitpunkt eine Adresse im bayerischen Tischfußball.
1990–1998
Ein steiniger Weg
Generationswechsel und Spielermangel
Die 90er Jahre setzten dem Verein zu. Langjährige Spieler hörten auf, Nachwuchs kam nur langsam nach, und der Generationswechsel gelang nicht ohne Bruch. 1991/92 stieg die Mannschaft aus der 2. Liga ab. Der Tiefpunkt kam in der Saison 1997/98: Wegen Spielermangels musste die Mannschaft komplett vom Spielbetrieb zurückgezogen werden. Der Verein bestand weiter — aber es wurde nicht mehr um Punkte gespielt.
1998–2000
Neues Leben durch Fusion
Zusammenschluss mit dem 1. SC Kulmbach
Der Zusammenschluss mit dem 1. Soccerclub Kulmbach brachte die Wende. Zwei Vereine, die um dieselben Spieler konkurriert hatten, wurden zu einem — mit einem Kader, der wieder tragfähig war. Der KSC kehrte in den Spielbetrieb zurück und schaffte prompt den Wiederaufstieg in die höchste bayerische Liga. Aus einer Notlage wurde so ein Neuanfang, der bis heute nachwirkt.
2000–2010
Mit Highspeed ins neue Jahrtausend
Sieben Jahre Double
Von 2001 bis 2007 holte der 1. KSC sieben Jahre in Folge das Double aus Mannschaftsmeisterschaft und Pokalsieg im Bayerischen Tischfußballverband — eine Serie, die in Bayern ihresgleichen sucht. Parallel etablierte sich der Verein in der 1. Bundesliga und stellte Spieler für nationale und internationale Turniere. Es waren die erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte.
2010
Der erste Umzug
Mehr Platz für mehr Tische
Mit dem sportlichen Wachstum wurden die Räume zu klein. Der Umzug in ein neues Vereinsdomizil brachte mehr Fläche, mehr Tische und die Möglichkeit, Turniere selbst auszurichten, statt immer nur zu Gast zu sein.
2011
Aus dem KSC wird ein e. V.
Gemeinnützig und strukturiert
2011 wurde der Club als gemeinnütziger Verein eingetragen. Damit bekam er eine Satzung, eine gewählte Vorstandschaft und eine demokratische Organisationsform — die Grundlage für Jugendarbeit, Förderungen und alles, was danach folgte.
2012
Landesleistungszentrum
Erstes und einziges seiner Art in Bayern
Mit fünf international anerkannten Tischtypen unter einem Dach wurde der 1. KSC Kulmbach zum ersten — und bis heute einzigen — Landesleistungszentrum für Tischfußball in Bayern. Spielerinnen und Spieler aus ganz Süddeutschland trainieren seither hier auf Geräten, die sie sonst nur auf internationalen Turnieren vorfinden.
2012
Abstieg aus der 1. Bundesliga
Sportlicher Rückschlag im Erfolgsjahr
Im selben Jahr, in dem der Verein infrastrukturell einen Höhepunkt erreichte, ging es sportlich abwärts: Die erste Mannschaft musste die 1. Bundesliga verlassen. Ein Ergebnis von Abgängen und einer Liga, die immer professioneller wurde — und ein Beispiel dafür, dass Aufbauarbeit und Tabellenplatz nicht immer im Gleichschritt laufen.
2016
Abstieg aus der 2. Bundesliga
Zurück auf Verbandsebene
Vier Jahre später folgte der zweite Abstieg. Der Verein sortierte sich auf Verbandsebene neu und setzte stärker auf eigene Spieler statt auf Verstärkungen von außen — eine Entscheidung, die kurzfristig Plätze kostete, langfristig aber die Basis verbreiterte.
2019–2022
Stillstand
Zwei Jahre ohne Spielbetrieb
Dann kam die Pandemie. Keine Turniere, kein Ligabetrieb, kein Training — zwei Jahre standen die Tische still. Für einen Sport, der von der Begegnung im Raum lebt, war das der härteste Einschnitt seit dem Mannschaftsrückzug in den 90ern. Etliche Spieler kamen nach der Pause nicht zurück.
2022–2024
Wiederaufblühen
Zurück an die Tische
Ab 2022 füllte sich das Vereinsheim wieder. Offene Trainingsabende, neue Gesichter und ein wachsender Ligabetrieb brachten den Verein zurück: aus einer Mannschaft wurden mehrere, aus einzelnen Turnierstarts wieder eine Saison mit Zielen. Der KSC war nicht mehr der Verein von 2007 — aber wieder ein lebendiger.
2025
Ein neues Zuhause
Neue Heimat beim TSV 08 Kulmbach
Nach dem Ende der langjährigen Partnerschaft mit dem ATS Kulmbach fand der Verein 2025 beim TSV 08 Kulmbach eine neue Heimat — mit deutlich mehr Platz für sechs Tische, einem eigenen Loungebereich und Raum für Turniere. Im selben Jahr wurde eine weitere Mannschaft gemeldet. 55 Jahre nach der Gründung stehen wieder mehr Spieler an den Tischen als in den zwei Jahrzehnten davor.
2026
Abschied vom Leistungszentrum
Nach vierzehn Jahren
2012 war der Titel eine Auszeichnung für die Rolle, die Kulmbach im bayerischen Tischfußball spielte. 2026 endet er. Mehrere der geforderten Tischtypen stehen nicht mehr in der Spielstätte, damit sind die Anforderungen des Deutschen Tischfußballbunds nicht mehr erfüllt. Ehrlich betrachtet war der Status zuletzt ohnehin mehr Schild als Aufgabe: Die Akzeptanz hatte über die Jahre nachgelassen, gefragt war der Verein längst für anderes — als Ausrichter, als Anlaufstelle, als Ort mit offenen Trainingsabenden.
Die Geschichte geht weiter.
Das nächste Kapitel schreiben die, die freitags an den Tischen stehen.